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Zur moralischen Grammatik der Solidarität und ihrer (begrenzten) Anwendbarkeit auf intergenerationelle Konflikte

von Prof. Dr. Markus Vogt, LMU München
In: Jahrbuch für Recht und Ethik (November 2014)

Zusammenfassung

Die ethische Strukturierung intergenerationeller Konflikte anhand des Leitbegriffs „Solidarität“ ist in spezifischer Weise begrenzt. Gerade dies ist ein Vorteil gegenüber alternativen Kategorien wie „Gerechtigkeit“ oder „Verantwortung“, die im Blick auf Verbindlichkeit, Komplexität oder Abwägung zwar anspruchsvoller sind, aber gerade deshalb im politischen Diskurs oft in Sackgassen geraten. Der Solidaritätsbegriff enthält von seiner geschichtlichen Prägung her eine kämpferische Komponente und antwortet unmittelbar auf akute Notlagen. Von daher könnte seine moralische Grammatik in der Klimadebatte neue Handlungsspielräume erschließen.

Da global wirksame Konsens- und Durchsetzungsstrukturen für intergenerationelle Daseinsvorsorge derzeit kaum in Sicht sind, erscheinen „subpolitische“ Ansätze fürsorglicher Pro-Solidarität im fließenden Übergang zu kooperativer Con-Solidarität vielversprechend.

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