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Angebot, Nachfrage und Nachhaltigkeit im Wald

von: Andreas Hahn und Thomas Knoke, Dipl.-Forstwirt (Univ.) FR
wissenschaftlicher Assistent am Fachgebiet für Waldinventur und nachhaltige Nutzung TUM

In: LWF Wissen 72

Die Forsteinrichtung ist die Disziplin der Forstwissenschaft, die sich mit der Sicherung der Nachhaltigkeit beschäftigt. Das hat in der Vergangenheit erfolgreich funktioniert: Die Holzvorräte sind stets ge stiegen, die Mischungen haben zugenommen und es wer den auch weitere naturschutzrelevante Aspekte berücksichtigt. Dazu haben die Verminderung des Nutzungsdrucks auf den Wald und eine vorsichtige Bewirtschaftungsweise, die Kurs wechsel scheut und das Bisherige auch für die Zukunft fest schreibt, beigetragen. In dem Beitrag wird die Frage ge stellt, ob die Forstwirtschaft mit diesem Vorgehen auch in Zukunft als nachhaltig anerkannt werden wird.
Eignen sich die aktuellen Planungsmethoden, um die Nachhaltigkeit der Forstwirtschaft heute und in der Zukunft zu sichern?

Fünf Jahre Verein für Nachhaltigkeit

Liebe Mitglieder im Verein für Nachhaltigkeit, verehrte Gründungsmitglieder,

Wir leben in einer Zeit schleichender und verkannter Katastrophen.

Denn unser Planet wird immer wärmer, der Meeresspiegel steigt und mehr und mehr Flüchtlinge sind unterwegs, auch Klima-Flüchtlinge. Gegenwärtig sind 50 Mio. Menschen auf der Flucht (Amnesty International), das ist die höchste Zahl seit 1945! Bis 2050 werden 4x so viele Menschen (200 Millionen) auf der Welt vor den Folgen von Stürmen, Dürren oder Überschwemmungen flüchten. (UN-Studie) Zuzüglich der politischen , Armuts- und „Wirtschafts“-Flüchtlinge.

Infoflyer zur Jahreshauptversammlung

Fünf Dimensionen der Nachhaltigen Ernährung und weiterentwickelte Grundsätze – Ein Update

von Dr. oec. troph. Karl von Koerber
Leiter der Arbeitsgruppe Nachhaltige Ernährung am Beratungsbüro für ErnährungsÖkologie, München.

In: Ernährung im Fokus (9-10), 260-266, 2014

Der fortgeschrittene Diskurs zum Leitbild Nachhaltigkeit legt ein Update zur Konzeption „Nachhaltige Ernährung“ nahe. Über die vier Dimensionen Gesundheit, Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft hinaus wurde die Kultur als zusätzliche Dimension einbezogen. Die Betrachtungen erfolgen über die gesamte Wertschöpfungskette Ernährung, von der Erzeugung bis zur Abfallentsorgung – regional, national und global.

Zur moralischen Grammatik der Solidarität und ihrer (begrenzten) Anwendbarkeit auf intergenerationelle Konflikte

von Prof. Dr. Markus Vogt, LMU München
In: Jahrbuch für Recht und Ethik (November 2014)

Zusammenfassung

Die ethische Strukturierung intergenerationeller Konflikte anhand des Leitbegriffs „Solidarität“ ist in spezifischer Weise begrenzt. Gerade dies ist ein Vorteil gegenüber alternativen Kategorien wie „Gerechtigkeit“ oder „Verantwortung“, die im Blick auf Verbindlichkeit, Komplexität oder Abwägung zwar anspruchsvoller sind, aber gerade deshalb im politischen Diskurs oft in Sackgassen geraten. Der Solidaritätsbegriff enthält von seiner geschichtlichen Prägung her eine kämpferische Komponente und antwortet unmittelbar auf akute Notlagen. Von daher könnte seine moralische Grammatik in der Klimadebatte neue Handlungsspielräume erschließen.

Maßstäbe einer nachhaltigen Unternehmensführung

Prof. Dr. Markus Vogt

Erstes Deutsche Eliteforum zur Nachhaltigkeit, LMU München, 28.10.2010

Nachhaltigkeit als Change-Management in Krisenzeiten

Nachhaltigkeit ist ein „Breitbandbegriff“ mit dessen Hilfe in zahllosen politischen Reden sowie Hochglanzbroschüren von Unternehmen eine Harmonie von ökologischen, sozialen und ökonomischen Zielen versprochen wird. Die Beliebtheit des Begriffs steht im Verhältnis direkter Proportionalität zu seiner Unverbindlichkeit. Viele haben Zweifel, ob er Substantielles aussagt und eingeschliffene Praxis verändern kann. 

Ist der Begriff, auf den sich die Völkergemeinschaft bei der Umwelt- und Entwicklungskonferenz 1992 in Rio de Janeiro geeinigt hat, ein bloßes Placebo? Ich glaube nicht. Es mangelt jedoch an präziser Klärung seiner konzeptionellen, ethischen und anthropologischen Basis.

Vom Wald in die Welt

Dr. Joachim Hamberger
Juni 2013, Augsburg

Wie kam es zu zum Begriff: Nachhaltigkeit?
Nachhaltigkeit stammt aus der Forstwirtschaft und, ist eine Idee, das ist wichtig, die in der Krise entsteht. Dahinter steht der Zwang, das Überleben einer Gemeinschaft zu organisieren, wenn Bevölkerungsanstieg und Naturkatastrophen (Hunger, Kälte) die Existenz bedrohen.Insofern beginnt Nachhaltigkeit mit der ersten Handvoll Korn, die unsere Vorfahren trotz Hungers aufgehoben haben, um Saatgut für das Frühjahr zu haben.

Nachhaltigkeit im Wald - Chance für einen gesellschaftlichen Pilotdialog

Dr. Günter Dobler - 2005

Die Forstwirtschaft spielt in der Geschichte des Begriffs Nachhaltigkeit eine herausragende Rolle. Als Urvater des Gedankens gilt der kursächsische Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz (1645-1714). Vor dem Hintergrund zunehmender Holznot strebte er in seinem Werk „Sylvicultura Oeconomica" von 1713 eine „continuierliche, beständige und nachhaltende Nutzung" an.

Holz war damals eine weitaus grundlegendere Ressource als heute. Auf Reisen lernte er, dass die Holzknappheit überall in Europa eines der vordringlichsten Probleme der Zeit war. "Binnen wenig Jahren ist in Europa mehr Holtz abgetrieben worden, als in etzlichen seculis erwachsen", schrieb er in seinem Buch. Das Ende dieser Entwicklung sei leicht abzusehen. Schon Melanchthon habe ein "Zorn-Gericht des grossen Gottes" prophezeit, "daß nehmlich am Ende der Welt man an Holtze grosse Noth leiden werde" (zitiert nach Grober 1999).